Weg frei für Konzentration

Holzsteg - frei für volle KonzentrationEs gibt Aufgaben, die brauchen volle Konzentration. Welche das sind, ist von der Arbeit, aber auch von der Person abhängig, bei mir sind es zum Beispiel komplexe Tabellen und Pläne. Dann stört alles, was damit nichts zu tun hat. Wenn es eine Arbeit am Computer ist, stört sogar Papier, das damit zu tun hat.

Wenn Sie in so einer Situation sind, dass alles stört – dann räumen Sie alles weg.

Alles aufräumen?

Denken Sie jetzt: „ja, stimmt – das müsste alles dringend mal aufgeräumt werden, aber jetzt will ich doch eigentlich …“ Stopp! Von Aufräumen war keine Rede, sondern von Freiräumen.

Was können Sie alles sehen, wenn Sie an Ihrem Schreibtisch sitzen? Und alles was Sie davon jetzt ablenkt, kommt jetzt weg.

Alle Papierstapel auf und neben Ihrem Schreibtisch kommen zur Seite. Sie können sie vorübergehend auf dem Boden stapeln oder wo Sie sonst Platz finden. Es geht nicht um einen dauerhaften Ort. Nach der konzentrierten Aufgabe kommen sie wieder zurück. Es geht nur darum, sich das Sichtfeld freizuräumen.

Das ist eine gute Gelegenheit alle Tassen, Gläser und ähnliches einzusammeln und in die Küche zu bringen, alle Stifte einzusammeln und was sich dort sonst noch findet.

Aber wenn es darum geht, sich von nichts ablenken zu lassen, kann es noch weitergehen. Bilder und Pinnwände können abgehängt und zur Seite gelegt werden. Dinge, die Sie sonst motivieren oder zum Lächeln bringen, kommen für die Zeit woanders hin.

Und wohin?

Machen Sie sich nicht viele Gedanken, wo die Dinge nun hinkommen, denn dort sollen sie ohnehin nicht bleiben. Was sich nicht leicht woanders hinstapeln lässt (weil es kein Stapel, sondern ein chaotischer Berg ist), kann in eine Tüte oder Kiste. Es ist sogar gut, sich wenig Mühe zu machen und keine schönen Orte zu finden, sonst lassen Sie sie eventuell dort und dafür müssten Sie alles durchgehen und entscheiden, ob das dauerhaft dort bleiben kann. Es geht jetzt aber darum, diese eine Aufgabe mit voller Konzentration anzugehen und sich nicht lange mit Aufräumen aufzuhalten.

 

PS: Danke an Felix_Broennimann für das Bild des Holzstegs.

Das richtige Grundrauschen

ein fast stiller See - ein ganz besonderes GrundrauschenWelches Grundrauschen brauchen Sie zum Arbeiten?

Es gibt Menschen, die arbeiten gerne in totaler Ruhe. Je ruhiger und abgeschiedener, desto besser können Sie sich konzentrieren.

Andere verlieren sich dann in Gedanken und finden es schwer bei der Sache zu bleiben. Sie mögen es, wenn der Regen an das Fenster plätschert, der Verkehr rauscht (Meer wäre auch schön, ist aber nicht überall verfügbar) oder instrumentelle Musik im Hintergrund läuft.

Manche mögen den leichten Trubel eines Cafés, andere fühlen sich schon von der Anwesenheit anderer Menschen im selben Gebäude gestört.

Was brauchen Sie?

Menschen oder Natur

Oft geht es nicht nur um die Lautstärke, sondern um die Art des Geräuschs.

Es gibt natürliche Geräusche, wie Regen, Wind der durch Bäume streicht, Vögel, Kühe und so weiter (wer denkt auf dem Land wäre es ruhig, sollte mal auf’s Land fahren). Diese Geräusche finden viele angenehm, aber das heißt noch nicht, dass man dann gut arbeiten kann.

Andere Geräusche zeigen uns, dass Menschen in der Nähe sind. Entweder hören wir sie direkt oder wir hören, wie sie Auto fahren, Kaffeemaschinen bedienen, telefonieren, sich unterhalten und so weiter. Das sind nicht unbedingt schöne Geräusche, aber für manche ist es die richtige Geräusch-Umgebung, um zu arbeiten (statt zu träumen).

Und dann ist da natürlich noch Musik. Manche Menschen werden mit Musik geradezu durch ihre Arbeit getragen, andere werden dadurch abgelenkt. Und dann kann man natürlich auch mit ruhiger, instrumenteller Musik andere störende Geräusche, zum Beispiel durch andere Menschen, ausblenden.

Finden Sie Ihr Grundrauschen

Es gibt kein Richtig und Falsch. Es gibt ein passend für Sie und passend für Ihre Arbeit. Das kann auch von Situation zu Situation unterschiedlich sein. Erarbeiten Sie ein neues Konzept brauchen Sie vielleicht ein anderes Grundrauschen, als wenn Sie Ihre Mails bearbeiten. Schreiben Sie einen Text oder überarbeiten Sie einen Text oder suchen Sie ein letztes Mal Fehler. Für alles gibt es das individuell „richtige“ Rauschen.

Aber es ist auch nicht genau eine Sache richtig und alles andere falsch. Je genauer Sie sich selbst kennen und wissen, welche Art von Rauschen Ihnen hilft und welche stört, desto eher finden Sie eine gute Lösung in Ihrer Situation. Wir sind ja nicht alle Schriftsteller, die mit kleinem Laptop überall arbeiten können. Viele von uns, sind in der Wahl des Ortes nicht frei, aber selbst in Großraumbüros gibt es die Wahl zwischen Arbeitsplätzen am Rand oder in der Mitte, in den meisten Büros gibt es die Wahl, ob das Fenster offen oder geschlossen ist (das ist natürlich auch eine Frage der Temperatur, aber nicht nur) und selbst wer frei ist, hat unter Umständen so viel Arbeitsmaterial, dass es sich nicht leicht überall hin transportieren lässt. Das ist auch nicht wichtig. Denn Kleinigkeiten können entscheidend sein und kleine Möglichkeiten gibt es überall.

Wo kommt mein Kunde her?

Ein gerader Weg, wie wir uns Marketing wünschenUm gezielt Werbung zu machen, ist es nützlich zu fragen, woher der Kunde kommt: Social Media, Website, Empfehlung, Flyer etc. Das ist ein wichtiger Baustein für Marketing-Controlling.

Aber Vorsicht mit den Antworten.

Der Weg des Marketing

Wir stellen uns Marketing oft vor als geradlinigen Weg vor: Jemand aus der Zielgruppe findet unseren Flyer, ruft an, wird Kunde.

Oft läuft es anders. Zum Beispiel: Jemand aus der Zielgruppe findet einen Flyer, findet das Angebot interessant, steckt den Flyer ein und vergisst ihn. Wochen später wird er gefunden und an einen Freund weitergegeben. Dieser Freund schaut sich mal auf der Website um und ruft an.

Kam er jetzt über Empfehlung, Website oder Flyer?

Wiederholung und Kombination

Oft ist es nicht eine Sache (Flyer oder Website), die einen Kunden bringt, sondern die Wiederholung des Angebots. Wenn man einen Flyer an allen möglichen Stellen wieder sieht, wird das Angebot vertrauter.  Man meint den Anbieter schon zu kennen und dann … geht man erst mal auf die Website.

Auch Empfehlungen führen selten direkt zum Anbieter. Wo Internet selbstverständlich ist, empfiehlt man nicht mit Name, Adresse und Telefonnummer, sondern „Da gibt es eine schöne neue Yogaschule, die heißt Butterfly. Das ist bei dir in der Gegend. Kannst du dir ja mal anschauen.“

Kann man sich dann schon was anschauen? Nein. Zuhause wird der Interessent das Angebot googeln, dann die Website ansehen und wenn es passt, anmelden. Dort gefragt wird er/sie sagen, er/sie käme auf Empfehlung, aber ohne eine Website mit gutem Google-Ranking wäre daraus kein Kunde geworden.

Zahlen mit Vorsicht genießen

Was ich damit sagen will: Erheben Sie Zahlen. Fragen Sie nach, woher Ihre Kunden kommen, damit Sie gezielt Marketing machen können. Aber schauen Sie bei sich und Ihren Freunden auch auf den Weg, den Sie selbst nehmen. Wie viele Schritte machen Sie, bevor Sie etwas kaufen/einen Dienstleister anrufen? Wie viel Zeit ist seit dem ersten Flyer-Sehen vergangen? Dann vergessen Sie auch nichts, nur weil es nie erwähnt wird.

 

PS: Danke an gautamavs für das Straßenbild.