Zeit für einen Rückblick

Ein Vogel der zurückschautDas Jahr geht in nieselig grauem Wetter zu Ende, eine gute Gelegenheit für einen Rückblick. Oft sehen wir dabei nur auf das Ergebnis selbst, aber interessant wird es, wenn wir auch schauen, was haben wir erwartet.

Zum Beispiel in Bezug auf Ihre neuen Kunden in diesem Jahr:

  • Was haben Sie zu Beginn des Jahres erwartete?
  • Welche Zielgruppe wollten Sie ansprechen?
  • Welche Marketing-Maßnahmen haben Sie geplant?
  • Haben Sie diese Maßnahmen auch durchgeführt?
    Und wenn nicht, warum nicht?
  • Welche Interessenten und welche Kunden kamen dann tatsächlich?
  • Woher kamen diese?
  • Welche kamen nicht?
  • Welche Probleme und Bedürfnisse haben Sie erwartet?
  • Welche kamen dann in Ihrer Arbeit vor?
  • Und welche nicht?

Es kann teilweise unangenehm sein, sich diesen Fragen zu stellen. (Deshalb fange ich auch jetzt schon mit dem Thema an, so können Sie es sich auch eine Weile durch den Kopf gehen lassen.) Machen Sie sich bewusst, dass es hier nicht um richtige oder falsche Antworten geht. Es geht um eine ehrliche Erfolgskontrolle. Die kann helfen klarer zu sehen, was Sie wollen und wie Sie es erreichen.

Und sonst?

Das ist nur einer von vielen Bereichen, die bei allen Selbstständigen und Freiberuflern auftauchen. Natürlich gibt es noch viele weitere (welche Aufträge habe ich erwartet und wie viele, um nur einen wesentlichen zu nennen), aber auch wenn Sie angestellt sind und mit Kunden und Aufträgen nichts zu tun haben, ist nun eine gute Zeit, um sich zu fragen, was habe ich von diesem Jahr erwartet und was ist passiert.

Und natürlich können Sie diese Frage auch auf Ihr Privatleben ausdehnen. Was hatten Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?

Auch hier geht es nicht darum, mit tollen Antworten zu glänzen, sondern sich zu fragen was und warum tatsächlich passiert ist. Vielleicht wird Ihnen dabei auch bewusst, wo Sie etwas von sich oder der Welt erwartet haben, was gar nicht zu Ihnen passt.

Ein guter Rückblick ist der Anfang eines klaren Blicks nach vorne.

 

PS: Vielen Dank an danilyn22 für das Bild des Vogels, der zurückblickt.

Welche Arbeit gibt Ihnen Energie?

Eine Glühbirne ohne EnergieWomit verbringen Sie den Tag? Mit Arbeit, Haushalt,  Freunde? Klar, aber womit genau und was davon gibt Ihnen Energie und was raubt sie Ihnen?

Das ist eine interessante Frage über die ich zuletzt in dem sehr empfehlenswerten Buch „Mach was du willst. Design Thinking fürs Leben“ von Bill Burnett und Dave Evans gestolpert bin. In dem Buch geht es vor allem darum, was man aus seinem Leben macht, aber eine Übung ist auch super für Selbstständige und Freiberufler. Es hilft zu sehen, wo die Entwicklung hingeht, was man verstärkt und was man besser reduziert oder auslagert.

Das Good-Time-Journal

Die Idee dabei ist, dass man zwei bis drei Wochen lang aufschreibt, was man getan hat und wie energiereich man sich dabei gefühlt hat. (Im Original geht es auch noch um Engagement, das würde hier aber zu weit führen.) Sie können das einfach in ein kleines Heft schreiben und dahinter mit einer Skala ihr Energie-Niveau angeben oder mit einer „Uhr“ wie beim Armaturenbrett. Auf der Website von Bill Burnett und Dave Evans finden Sie auch eine Vorlage.

Sie können mal kleinteiliger aufschreiben, mal Sachen zusammenfassen (die sich gleich anfühlen). Es geht auch nicht nur um die Good-Times, sondern gerade auch um die Aufgaben, die Ihnen Energie rauben.

Dabei erleben die meisten viele Überraschungen. Was an dem einen Tag zäh und energieraubend war, ging am nächsten schnell von der Hand. Bei diesen Sachen lohnt sich ein genauerer Blick: Woran liegt es, dass es mal so und mal so ist? Ist das nur Tagesform oder unterscheidet es sich in der ein oder anderen Rahmenbedingung. Vielleicht war es mal zu einer Zeit, in der Sie sich gut konzentrieren können und mal zu früh oder zu spät am Tag (für Sie). Vielleicht hatten Sie mal Zeitdruck und mal viel Zeit. … Seien Sie neugierig und ehrlich zu sich selbst, dann werden Sie verblüffende Erkenntnisse sammeln.

Die Guten ins Töpfchen

Und dann? Wenn Sie wissen, was Ihnen Energie gibt, welche Rahmenbedingungen Sie dafür brauchen und was Ihnen Energie raubt, können Sie mit kleinen und großen Veränderungen Ihr Arbeitsleben deutlich angenehmer gestalten. Vor allem können Sie erkennen, wo es für Sie ein Gewinn ist, Aufgaben auszulagern und was Sie besser selbst machen. Das entbindet natürlich nicht von der Frage, ob es wirtschaftlich ist, dieses oder jenes auszulagern, aber es zeigt Ihnen, was Sie Energie kostet und damit die Ressource mit der Sie Ihr Geld verdienen.

 

PS: Danke an Morgan4uall für das Bild der Glühbirne.

Outsourcing – Heinzelmännchen gesucht

Heinzelmännchen - Outsourcing vergangener TageWie war zu Köln es doch vordem,

mit Heinzelmännchen so bequem!

Hätten Sie nicht auch manchmal gerne Heinzelmännchen, die nachts kommen und ungeliebte Arbeiten erledigen?

Nun kann man hoffen, dass sie eines Tages wiederkommen oder sich große Heinzelmännchen suchen – also Aufgaben auslagern. „Outsourcing“ heißt das neue Heinzelmännchen-Zauberwort und ist vom großen Konzern bis zum Soloprenuer weit verbreitet.

Fallstrick Outsourcing 1: Keine Lust

Viele Einzelunternehmer lagern aus, was sie selbst nicht gerne tun. Das kann sehr sinnvoll sein, denn gerade die Sachen, die wir nicht gerne tun, brauchen oft viel Kraft und Energie – die wir dann nicht mehr für andere Aspekte unserer Arbeit haben. Aber Vorsicht: Wer sich nur alles Ungeliebte vom Hals schaffen will, nimmt gerne den nächstbesten Anbieter, kann nicht genau sagen, was er/sie braucht und kontrolliert nicht, ob das Ergebnis zu den Erwartungen passt. Wer nicht aufpasst hat so schnell Verträge unterschrieben, die viel kosten und wenig bringen.

Fallstrick Outsourcing 2: Keine Ahnung

Wie will man eine Leistung beurteilen, wenn man keine Ahnung hat. Nun kann man, vor allem als Einzelunternehmer sich nicht mit allem auskennen, aber einen guten Dienstleister finden Sie nur, wenn Sie sich ein wenig einarbeiten.

Stellen Sie sich vor, Sie würden ein Haus bauen wollen. Wenn Sie dem Architekten nur sagen, er/sie solle Ihr Haus bauen, werden Sie sich hinterher wundern, wie idiotisch ein Grundriss sein kann, was für hässliche Farben es gibt und wie man überhaupt ein solches Haus bauen konnte. Dabei kann es sich, für jemand anderen, um ein Traumhaus handeln. Es passt nur überhaupt nicht zu Ihnen.

Sie brauchen bei allem, was Sie anderen überlassen, eine Vorstellung davon, was Sie wollen. In der Regel geht es dabei um die Fragen:

  • Wofür brauche ich das?
  • Passt das zu meiner Situation?
  • Passt das zu meinen Vorlieben?

Ob Sie ein Haus bauen lassen wollen, einen neuen Haarschnitt brauchen, eine neue Website oder Ihre Buchführung auslagern – je klarer Sie wissen, was Sie wollen und brauchen, desto eher finden Sie einen passenden Anbieter und ein passendes Angebot.

Gute Heinzelmännchen

Gut ausgelagert ist eine Aufgabe dann, wenn Sie einen vertrauenswürdigen Dienstleister haben, mit dem/der sie genau abgesprochen haben, welche Aufgabe auf welche Art erledigt wird. Dazu muss man sich einmal hineinstürzen, eventuell mit Beratung, um zu klären, was man braucht und will. Dann kann man es mit gutem Gewissen abgeben.

 

PS. Danke an TaniaVdB für das herbstliche Heinzelmännchen, das nichts mehr zu tun hat.

PS: Die zwei Zeilen sind aus der Ballade von August Kopisch, mit der die Heinzelmännchen-Sage vom Siegengebirge nach Köln verlegt wurde.