Keine Zeit fürs Privatleben

Private Zeit lässt sich jetzt auch nochmal schön draußen genießen.Bekommen Sie auch private Mails an Ihre berufliche Adresse? Für viele Selbstständige ist das ganz normal, aber wie geht man dann damit um? Viele schieben diese erst mal nach hinten, erst sind die beruflichen Sachen wichtig: Anfragen, Aufträge, Nachfragen etc. Es geht schließlich ums Geld verdienen. Doch während Angestellte irgendwann Feierabend haben und sich dann um Ihre privaten Mails, Verabredungen und Hobbys kümmern, arbeiten viele Selbstständige bis Müdigkeit oder Hunger Sie zum Aufhören zwingen.

Wann ist Zeit für Privatleben?

Wer erst dann zum Sport geht, wenn die to-do-Liste leer ist, wer erst dann Freunde trifft, wenn nichts zu tun ist … hat wohl bald keine Freunde mehr. Ich plane mir daher ganz bewusst Zeit für mein Privatleben ein. Das muss nicht immer abends sein. Oft beantworte ich private Mails als erstes. So komme ich gut ins Schreiben.

Bei festen Terminen, Fristen und Rechnungen lohnt sich auch kein Unterschied. Eine Anmeldefrist verstreicht, wenn Sie sich nicht darum kümmern, ob es nun etwas berufliches oder privates ist. Rechnungen zahlen sich auch am besten in einem Aufwasch, auch wenn es unterschiedliche Konten sind.

Viele Leben

Meine Arbeit ist wichtig, aber mein Leben ist mehr als meine Arbeit: Es gibt noch Familie und Freunde, Engagement in der Gemeinde, Haushalt, Weiterbildung, Pause/Urlaub, Zeit, mal nichts zu tun.

Damit alles im Gleichgewicht bleibt, markiere ich mir in meinem Kalender, welche Zeit ich womit verbringe: Beruf, Freizeit, Haushalt, Sonstiges. So sehe ich schnell, wenn das Gleichgewicht gestört ist. Manchmal liegt das an einem akuten Putzfimmel (Putzen um sich vor unangenehmen Aufgaben zu drücken), manchmal liegt es an stressigen Zeiten weil zum Beispiel vor Jahresende alle noch schnell dies und das fertig haben wollen.

Stresszeiten gehören dazu. Gerade dann ist es wichtig die kleinen Auszeiten zu genießen, sie geben Energie um weiterzumachen – Haushalt wird dagegen auf ein Minimum reduziert.

Nicht in jeder Woche ist die Balance ideal. Das muss sie auch nicht sein. Die Frage ist: Ist Ihr Leben insgesamt ausgeglichen? Haben Sie Zeit für alles, was Ihnen wichtig ist (vielleicht nicht jeden Tag oder jede Woche, aber immer mal wieder)?

 

PS: Danke Hans für dieses schöne Herbstbild.

Entspanntes neues Jahr

Winterlandschaft mit Sonnenaufgang - so perfekt, kann kaltes Wetter aussehenKennen Sie perfekte Menschen?

Ich kenne keinen, aber ich kenne erfolgreiche Menschen. Dabei kommt der Erfolg nicht aus der Perfektion, sondern oft aus der Bereitschaft etwas auszuprobieren und aus Fehlern zu lernen. Dazu braucht man einen entspannten Blick auf die eigenen Fehler. Wer stets perfekt sein will, kann eigene Fehler nicht sehen (sie werden verdrängt oder ignoriert) und kann daher nicht daraus lernen. Die Folge ist: er/sie wird sie wahrscheinlich wiederholen.

Gibt es ein „perfekt“?

Als ich anfing im Büro zu arbeiten, dachte ich, ich muss nur einmal lernen, wie man es richtig macht und dann mache ich es so. Je mehr ich gelernt habe, je mehr ich gelesen und gesehen habe, desto mehr Antworten gab es auf die Frage, wie man es denn richtig macht. Was dort gut war, war dort schlecht. Ja, wie denn nun?

Wenn ich jetzt zu Kunden gehe, um ihnen in ihrem Büro zu helfen, habe ich nicht die eine richtige Lösung dabei. Ich bringe viele Werkzeuge mit und achte darauf, dass Vorschriften eingehalten werden (bei Rechnungen, Mahnungen und der Aufbewahrung von Buchführungsunterlagen gibt es ein juristisches „richtig“, perfekt würde ich das nicht unbedingt nennen). Gemeinsam finden wir dann heraus, was für denjenigen gut passt. Das wird ausprobiert und angepasst, bis es noch besser passt. Perfekt wird es nie – muss es auch nicht.

G’schisse gut

Wir sind Menschen und daher unperfekt. Wir machen Dinge mal besser mal schlechter. Wenn wir wollen, können wir aus unseren Fehlern lernen und manchmal gehört zu dem Lernprozess auch zu sehen, wo mehr Verbesserung nicht notwendig ist. Manchmal reicht auch weniger.

Mein Vater nannte das „G’schisse gut“, wenn etwas nicht so wurde, wie er es sich vorher vorgestellt hatte, aber funktionierte.

So wünsche ich Ihnen ein Jahr, in dem Sie erkennen, wo und was noch besser geht und was so bleiben kann, wie es ist (weil es sehr gut ist oder weil es sich nicht lohnt hier noch mehr zu verbessern).

Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.

Dietrich Bonhoeffer

Keine Zeit für eine Pause

Pause mit Tee am FensterEs ist Advent. Und wo Kinder es kaum erwarten können, dass die Tage vergehen, wünschen sich viele Erwachsene noch ein paar Tage oder gleich Wochen mehr im Dezember. So vieles, das bis Ende des Jahres (was in den meisten Fällen heißt, noch vor Weihnachten) fertig werden soll.

Ich kenne das auch – und ich kenne die Verführung, dann weniger Pausen als sonst zu machen „wenn ich das jetzt einfach durcharbeite, dann schaff ich das noch“.

Warum wir eine Pause brauchen, auch wenn die Zeit knapp ist?

Sich keine Zeit für eine Pause zu nehmen, führt oft zu mehr Arbeit und laugt sie aus. Das zweite leuchtet sofort ein: Wer keine Pausen mehr macht, sich keine Zeit für Regeneration nimmt, fühlt sich schneller erschöpft (und wird in der Regel auch leichter krank – was man gerade dann überhaupt nicht brauchen kann).

Ohne Pause haben Sie aber auch selten Zeit gespart, sondern machen sich sogar mehr Arbeit. Je unkonzentrierter Sie sind, desto mehr Fehler machen Sie, die Sie später wieder korrigieren müssen. vor allem sehen Sie nicht mehr klar, was wirklich wichtig ist und was nicht. Das führt dazu, dass Sie die wertvolle kurze Zeit mit unwichtigen Dingen verlieren.

Einmal durchatmen

Oft braucht es gar nicht viel, um den Kopf wieder klarer zu haben, konzentriert arbeiten zu können und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Raucher haben oft eine innere Uhr, die sie zu regelmäßigen Pausen führt, das können Sie auch, wenn Sie nicht rauchen: Einfach einmal die Stunde für 5 Minuten durchatmen (was ohne Zigarette natürlich viel besser geht). Am besten gehen Sie dabei kurz raus oder zumindest an ein Fenster. Ihr Blick kann dadurch in die Ferne schweifen und Ihre Augenmuskeln entspannen. Frische Luft, vor allem die kalte Winterluft, macht den Kopf wieder frei und wenn Sie dabei Ihr Büro lüften, haben Sie für die nächste Arbeits-Einheit auch eine gute Luft.

Wenn Sie nach Ihrer kleinen Pause zurückkommen werden Sie automatisch überprüfen, was Sie gerade tun, ob das gerade wichtig ist oder ob Sie sich in einem Detail verfransen. So bringt Ihnen die kurze Pause viel Zeit und das ist vor allem in stressigen Zeiten sehr wertvoll.

 

PS: Wer es noch strukturierter mag, kann auch mal die Pomodoro-Technik ausprobieren. Dabei arbeitet man nur 25 Minuten konzentriert an einer Sache und macht dann 3-5 Minuten Pause. Hier gibt es eine genaue Anleitung https://bernet.ch/blog/2012/06/18/zeitmanagement-fokus-und-konzentration-nach-pomodoro/ und hier den passenden Timer https://tomato-timer.com/.

PPS: Vielen Dank an israelbest für das winterliche Pausenbild.