Heute schreibt man nicht mehr so

Unsere Sprache ändert sich und auch der technische Fortschritt rast nur so an uns vorbei. Trotzdem halten sich manche veralteten Schreibweisen erstaunlich lange.

Immer noch kommen bei mir Briefe an, die so adressiert sind:

Büroservice Ingrid Heintz
z.Hd. Frau Ingrid Heintz
Zur Windmühle 10

D-50259 Pulheim

Natürlich kommt der Brief an. Aber ich stelle mir unwillkürlich die Frage: Ist das Fachwissen der Absenderin auch auf dem Stand von 1999?

Es stimmt, die Post hat vor vielen Jahren verlangt, dass wir zwischen Straße und Ort eine Leerzeile machen. Für die damaligen Verhältnisse war so eine Zuordnung zur Stadt schneller möglich. Inzwischen werden alle Briefe elektronisch sortiert und eine Leerzeile bringt die Technik durcheinander. Deshalb hat die Post schon vor geraumer Zeit darum gebeten, auf die Leerzeile zu verzichten.

Heute schrebt man nicht mehr so

Ebenso hielt man es für eine gute Idee, vor die Postleitzahl ein Länderkennzeichen zu setzen. Das hat sich ziemlich bald als eine nicht so gute Idee herausgestellt. Die Absender waren sehr kreativ, was die Erfindung von Länderkennzeichen angeht und die Post musste dann ermitteln und oft raten, wo der Brief hinsollte.

Wenn Du willst, dass Deine Post möglichst schnell ankommt, solltest Du besser auf beides verzichten. Dann läuft der Brief glatt durch die Sortiermaschine und wird zügig zugestellt.

Und in der zweiten Zeile finden sich auch noch ältere Schreibweisen. Das „z. Hd.“ (übrigens, wenn, dann mit Leerzeichen dazwischen) wurde schon vor weit über 20 Jahren in „z. H.“  umgewandelt und bald darauf ganz abgeschafft.

Im geschäftlichen Kontext kann auf auch die Anrede „Frau“ oder „Mann“ verzichtet werden. Auch der „Dipl. Ing.“ hat in Deutschland dort nicht verloren. In Österreich hingegen ist das ein Titel und gehört zum Namen.

Das alles sind keine Vorschriften und man muss sich auch nicht an die DIN 5008 halten. Das hört der Ausschuss zwar nicht gern, aber rechtlich verbindlich ist sie nicht. Es kommt auch niemand zu Schaden, wenn man es nicht tut.

Du solltest Dich nur fragen, wie professionell Deine Briefe auf den ersten Blick wirken sollen. Mehr zum Thema Schreibstil findest Du hier.

Für den Stapel Briefe bedanke ich mich bei Gerhard G.

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