Noch schnell alles erledigen?

Rennen und kämpfen oder überlegen, entscheiden und erledigenDas Jahr geht zu Ende … Ist das jetzt nicht der Monat um all die Dinge zu erledigen, die in den letzten 11 Monaten liegen geblieben sind.

Was ist zu tun

Schön wäre es, man könnte im Dezember alles abschließen, was noch offen ist, aber ist das realistisch? Wohl kaum. Statt einfach alles tun zu wollen, schauen Sie lieber, was Sie tatsächlich noch dieses Jahr erledigen wollen oder müssen, was Sie sich für das nächste Jahr vornehmen und was auf „irgendwann“ verschoben wird.

Es ist auch eine gute Gelegenheit sich von einigen Vorhaben zu verabschieden. Wenn Sie das ganze Jahr nicht dazu gekommen sind, gab es vielleicht einen guten Grund dafür. Wenn etwas zu lange immer wieder aufgeschoben wird, macht es Stress. Dann lieber entscheiden: Wollen Sie es noch erledigen? Wenn nicht, weg damit. Wenn ja, wann? Irgendwann – dann packen sie es an die entsprechende Stelle und das ist nicht nächste Woche in Ihrem Terminkalender. Oder wollen Sie es jetzt oder im Januar anfangen?

Vorsicht Verjährung

Manche Sachen, dulden kein langes Aufschieben, zum Beispiel wenn Sie noch auf eine Bezahlung warten. Hier finden Sie alles wichtige zu den Verjährungsfristen: http://www.finanztip.de/verjaehrungsfristen-bgb/

(Und hier können Sie das entsprechende Gesetz § 199 im BGB nachlesen: http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__199.html)

Was wollen Sie wirklich noch erledigen?

Bevor Sie also lossprinten, überlegen Sie sich, was jetzt wirklich noch wichtig ist – im Advent können ja auch noch ganz andere Sachen wichtig sein – dann müssen Sie nicht rennen und kämpfen, sondern können mit Ruhe das angehen, was Sie erledigen wollen.

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Inbox Zero

Vor dem Eis steht die Entscheidung.
Vor dem Eis steht die Entscheidung.

Vielleicht haben Sie das Stichwort „Inbox Zero“ schon mal gehört. Die Idee stammt von David Allen der mit seinem Standardwerk „Getting Things Done“ beziehungsweise „Wie ich die Dinge geregelt kriege“ ein sehr allgemeines System zeigt, mit dem man seine „Dinge“ regeln kann.

Eine Idee daraus ist: Gehen Sie täglich durch die „Eingänge“ (Papier, das kommt; Mails die hereinkommen; Ideen, Aufzeichnungen, was auch immer gerade ankommt) und leeren Sie sie. Das heißt, entscheiden Sie sich JETZT, was Sie damit tun werden.

Wenn Sie für alles was hereinkam, die Entscheidung getroffen haben, was Sie damit tun werden, können Sie frei entscheiden, womit Sie beginnen, was jetzt am besten zu Ihrer verfügbaren Zeit, Ihren Prioritäten und anderem passt.

Das klingt nach noch einer zusätzlichen Aufgabe? Ist es nicht. Die Entscheidung müssen Sie so oder so treffen, nur schieben wir gerade diese Entscheidungen gerne vor uns her. Daraus entsteht schnell das Gefühl, dass noch viel (und davon viel unangenehmes) zu tun ist.

Der größte Vorteil davon diese Entscheidungen gleich (also am selben Tag zu treffen) ist, dass dieser Schritt Sie davon befreit, das zu tun, was gerade oben liegt oder wo andere Beteiligte am meisten nerven. Sie werden zum Kapitän Ihres Schiffes, haben den Überblick und können frei entscheiden.

Klingt alles gut, aber was mach ich nach der Entscheidung? Werden Sie vielleicht fragen und vielleicht spukt Ihnen noch die Stimme Ihrer Mutter durch den Kopf „wenn etwas zu tun ist, tu es gleich“. Quatsch, dann würden Sie ja wieder einfach nacheinander alles tun, egal wie wichtig es ist und egal ob es gerade gut zu der verfügbaren Zeit passt. Nein. Wenn Sie die Entscheidung getroffen haben, tun Sie das „Ding“ (Papier oder E-Mail oder was auch immer) dorthin, wo es hingehört und notieren sich das, was zu tun ist in Ihrer to-do-Liste (oder besser in Ihrer Projekt-Liste).

Nur das, was wirklich nur ein Handgriff ist (zum Beispiel wegwerfen), können Sie gerne gleich erledigen.

(Bei E-Mails, die nur zu beantworten sind (bei denen die Antwort aber mehr als eine Minute dauert) reicht oft ein entsprechender Ordner, statt sie extra in Ihre Liste aufzunehmen.)

Als ich das angefangen habe umzusetzen, fiel mir erst auf, wie viele Entscheidungen ich täglich aufgeschoben habe. Die Umgewöhnung war mühsam, aber Sie hat sich ausgezahlt.

PS: Wie immer gilt auch hier – es ist nur eine Idee, ob Sie zu Ihnen passt können nur Sie selbst entscheiden. Es gibt auch andere „Ideen“. In einer persönlichen Beratung können wir gemeinsam schauen, welche am besten zu Ihnen und Ihrer Arbeit passt.

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Ein Ende der Aufschieberitis

fly-872098_640Vielleicht sind Ihnen bei Ihrem Projektlisten-Frühjahrsputz ein paar Punkte aufgefallen, die Sie den ganzen Winter (oder noch länger) vor sich hergeschoben haben. Sie wollten Sie gleich morgen angehen. Jetzt sind zwei Wochen um und irgendwie ist immer noch nichts passiert. Diese Punkte schauen wir uns jetzt nochmal ganz genau an:

  • Könnte es sein, dass sie doch nicht wichtig und dringend sind und Sie aus gutem Grund an jedem vergangenen Tag etwas anderes gemacht haben? Dann belasten Sie sich nicht länger damit. Raus damit.
  • Oder ist es Ihnen wichtig und Sie verstehen selbst nicht, warum Sie nicht dazu kommen? Dann fragen Sie sich mal wirklich warum. Selbstehrlichkeit ist hier der Schlüssel aber auch die Schwierigkeit: Was hindert Sie daran, diese Aufgabe zu erledigen?

Wenn Sie sehen, was Sie daran hindert, können Sie konkret weiterfragen: Was brauche ich, um diese Aufgabe anzugehen?

  • Vielleicht erscheint Sie Ihnen zu groß? Dann kann es helfen, sie in kleinere Aufgaben zu zerlegen.
  • Vielleicht ist die Aufgabe zu vage formuliert? Dann konkretisieren Sie: Was ist der nächste physische Schritt, der zu tun ist?
  • Vielleicht spüren Sie einen inneren Widerstand? Durch Ignorieren wird er sich nicht verflüchtigen, aber vielleicht wird er verschwinden, wenn Sie ihm direkt in die Augen sehen.
  • Und wenn Sie sich unsicher sind, was Sie eigentlich hindert, dann hilft (fast) immer ein Gespräch, mit einem Partner, Freund, Coach oder wen Sie sonst greifen können. Selbst ein Gespräch mit einer Pflanze hilft, denn durchs Aussprechen brauchen Sie konkrete Worte statt vager Gedanken und schon das hilft klarer zu sehen.

Und dann: Auf geht’s. Packen wir’s an!