Zeit für Wünsche

Eine Kerze für Ihre WünscheWas erwarten Sie vom neuen Jahr?

Bis zum Jahreswechsel ist noch ein bißchen Zeit, aber manche große Frage braucht ein wenig Zeit, bis die richtige Antwort gefunden ist.

Erst ein Blick zurück

Vor zwei Wochen habe ich Sie gefragt, wie das vergangene Jahr gelaufen ist (hier geht’s zum Artikel). Und zwar mit besonderem Blick auf:

  • Was haben Sie erwartet?
  • Was ist passiert?
  • Was ist nicht passiert?

Und wie soll es jetzt weitergehen?

Dann ein Blick nach vorne

Sind Sie zufrieden mit dem vergangenen Jahr? Kann und soll es so weitergehen oder soll sich etwas ändern? Was erwarten Sie und was wünschen Sie sich für 2018?

Schreiben Sie diese Wünsche und Erwartungen möglichst konkret auf. Das ist die Grundlage Ihrer Planung und später auch Ihrer Erfolgskontrolle.

Um es mal konkret zu machen mit dem Beispiel Zielgruppe:

Welche Zielgruppe wollen Sie im nächsten Jahr ansprechen?

Vielleicht können Sie jetzt, nach dem Rückblick auch genauer sehen, was Ihre Zielgruppe ist. Vielleicht wollen Sie aber auch gerade die Leute ansprechen, die noch nicht zu Ihnen kommen.

Wollen Sie mehr von denen, die jetzt schon kommen? Wo finden Sie diese?

Wollen Sie die, die noch nicht kommen? Dann geht es erst mal darum, den Unterschied zu klären, zwischen Ihren Wunschkunden und Ihren bisherigen Kunden. Wieso kamen bisher diese und nicht jene? Wo finde ich meine Wunschkunden?

Vorsicht, ein neuer „Anstrich“, der die neuen Wunschkunden anziehen soll, kann auch alte Kunden verschrecken. Vielleicht ist das gut so, damit Sie Kapazitäten frei haben – vielleicht bringt Sie das in Schwierigkeiten.

Zur großen Frage

Bevor Sie sich in konkrete Pläne stürzen, lassen Sie die Fragen ein paar Tage auf sich wirken. Tragen Sie sie mit sich herum. Es ist so schön eine Antwort zu haben und mit dem konkreten Planen zu beginnen, dass wir gerne die erstbeste Antwort nehmen. Zumindest passiert mir das immer wieder, dass ich lieber gleich plane, anstatt nochmal zu prüfen, ob das Ziel des Plans überhaupt das richtige ist.

Letztendlich geht es dabei um die Frage: Was wollen Sie?

Und das ist keine Frage, die man zwischen Tür und Angel entscheiden kann, sondern eine, über die es sich immer wieder lohnt nachzudenken. Denn nur, wenn Ihr Ziel auch wirklich Ihr Ziel ist, kann Ihr Plan Sie dort hinführen.

Zeit für einen Rückblick

Ein Vogel der zurückschautDas Jahr geht in nieselig grauem Wetter zu Ende, eine gute Gelegenheit für einen Rückblick. Oft sehen wir dabei nur auf das Ergebnis selbst, aber interessant wird es, wenn wir auch schauen, was haben wir erwartet.

Zum Beispiel in Bezug auf Ihre neuen Kunden in diesem Jahr:

  • Was haben Sie zu Beginn des Jahres erwartete?
  • Welche Zielgruppe wollten Sie ansprechen?
  • Welche Marketing-Maßnahmen haben Sie geplant?
  • Haben Sie diese Maßnahmen auch durchgeführt?
    Und wenn nicht, warum nicht?
  • Welche Interessenten und welche Kunden kamen dann tatsächlich?
  • Woher kamen diese?
  • Welche kamen nicht?
  • Welche Probleme und Bedürfnisse haben Sie erwartet?
  • Welche kamen dann in Ihrer Arbeit vor?
  • Und welche nicht?

Es kann teilweise unangenehm sein, sich diesen Fragen zu stellen. (Deshalb fange ich auch jetzt schon mit dem Thema an, so können Sie es sich auch eine Weile durch den Kopf gehen lassen.) Machen Sie sich bewusst, dass es hier nicht um richtige oder falsche Antworten geht. Es geht um eine ehrliche Erfolgskontrolle. Die kann helfen klarer zu sehen, was Sie wollen und wie Sie es erreichen.

Und sonst?

Das ist nur einer von vielen Bereichen, die bei Selbstständigen und Freiberuflern auftauchen. Natürlich gibt es noch viele weitere (welche Aufträge habe ich erwartet und wie viele, um nur einen wesentlichen zu nennen), aber auch wenn Sie angestellt sind und mit Kunden und Aufträgen nichts zu tun haben, ist nun eine gute Zeit, um sich zu fragen, was habe ich von diesem Jahr erwartet und was ist passiert.

Und natürlich können Sie diese Frage auch auf Ihr Privatleben ausdehnen. Was hatten Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?

Auch hier geht es nicht darum, mit tollen Antworten zu glänzen, sondern sich zu fragen was und warum tatsächlich passiert ist. Vielleicht wird Ihnen dabei auch bewusst, wo Sie etwas von sich oder der Welt erwartet haben, was gar nicht zu Ihnen passt.

Ein guter Rückblick ist der Anfang eines klaren Blicks nach vorne.

 

PS: Vielen Dank an danilyn22 für das Bild des Vogels, der zurückblickt.

Wofür braucht man eigentlich Controlling?

Controlling des WasserstandesWie machen Sie Ihre Buchführung? Erheben Sie, was Sie einnehmen, ausgeben und was übrig bleibt?

Das ist ein guter Anfang, schließlich wollen Sie wissen, ob sich Ihre Arbeit lohnt, aber viel mehr als ein allgemeines „alles gut“ oder „nicht gut“ können Sie da nicht herauslesen.

Was ist Controlling

Controlling kommt nicht von „Kontrolle“, sondern vom englischen „to control“, was „steuern“ bedeutet. Nur steuert das Controlling nicht. Es ist eine Untersuchung, wie wenn Ärzte sämtliche Werte erheben. Das steuert noch nicht die Sportlichkeit des Patienten, aber wenn man gemeinsam auf diese Werte schaut, erkennt man, was gut ist, was besser werden soll und kann. Dann kann man zum Beispiel mit Sport oder anderer Ernährung den ein oder anderen Wert entsprechend der eigenen Ziele verändern.

Darum geht es auch beim Controlling. Sie messen alle Wasserstände und bringen Sie in einen sinnvollen Zusammenhang. Dann sehen Sie, was Sie Ihrem Ziel näher bringt und was nicht. Das heißt, Sie legen auch erst mal fest, was Ihr Ziel ist. Bei den meisten Unternehmen geht es um Gewinn, aber es kann auch andere Ziele geben.

Wenn Sie Ihr Ziel kennen, fängt der spannende Teil an: Sie setzen die verschiedenen Zahlen Ihres Unternehmens entsprechend Ihres Ziels in Zusammenhang. Also, was hat wie viel gekostet und wie viel gebracht? Sie können zum Beispiel nach Zielgruppen sortieren oder nach Produkten. Sie können auch verschiedene Marketingstrategien vergleichen (was haben Flyer gebracht und gekostet, was hat SocialMedia gebracht und gekostet, etc.) Vorsicht: Es geht dabei nicht nur darum, wie viel Geld etwas gekostet hat, sondern auch wie viel Zeit (und wenn Sie wollen, können Sie auch einen Wert für verbrauchte Nerven mit erheben).

Und die Umsetzung

Das ist erst mal mehr Arbeit, denn um Werte vergleichen zu können, müssen Sie sie erst mal erheben. Sie können Sie im Nachhinein schätzen, aber da verschätzt man sich auch leicht. Besser ist, sie wirklich zu erheben. Jetzt ist Sommer, wenn Sie jetzt anfangen Ihre Zeit zu erfassen und Ihre Ausgaben zu einzelnen Projekten zuzuordnen, haben Sie bis Ende des Jahres schon einen guten Datensatz. Es gibt zur Zeiterfassung auch einfache Software-Unterstützung, zum Beispiel den Anuko Time Tracker (einfach ein „neues Team“ gründen (auch wenn dieses Team nur aus Ihnen besteht), anmelden und Zeiten während des Arbeitens erfassen). Nach Abschluss eines Projekts, können Sie dann die verwendete Zeit, die angefallenen Kosten (auch die anteiligen Fixkosten) und die Einnahmen nebeneinanderstellen und so verschiedene Projekte (Marketingmaßnahmen, Kunden, Kundengruppen) vergleichen.

Dabei können und sollen Sie aber auch nicht vergessen, was hat Ihnen dieses Projekt persönlich gebracht. So gab es vielleicht den lukrativen Nerv-Kunden und das kleine Projekt, das wenig Geld, aber viel Spaß gebracht hat. Auch hier gilt wieder: Controlling liefert Ihnen nur die Daten, die Entscheidung liegt bei Ihnen. Es geht um einen ehrlichen Blick auf die eigene Arbeit, die einem klare Entscheidungen ermöglicht.

 

PS: Vielen Dank an Holger für das Wasserstandsbild.