„Sonstiges“ eine notwendige Kategorie

„Sonstiges“ eine notwendige Kategorie

Auch beim Müll gibt es die Kategorie "Sonstiges"In jedem Papierberg, den ich bisher gesehen habe, fanden sich „Dinge“, die in keine Kategorie passten. Egal wie viele Ordner es für die verschiedensten Dinge gibt. Immer wieder taucht etwas auf, was nicht hineinpasst. Das kann sofort ein lähmendes Gefühl auslösen und die Aufräummotivation ist dahin. Aber das muss nicht so sein, denn mit zwei Orten, kann man sich retten: Schatzkiste und Sonstiges.

Was ist „Sonstiges“?

Wenn ich mit jemandem zusammen einen Aktenplan erstelle, frage ich bei jedem Papier immer: Was ist das? So erhalte ich die Kategorie, unter der dieses Dokument liegen sollte, damit es wiedergefunden wird. Typische Antworten sind:

  • Das ist eine Rechnung
  • Das ist ein Brief von der Versicherung
  • Das sind Notizen zu einem Projekt

Das erste gehört an den Ort für Rechnungen, das zweite an den für Korrespondenz oder für Versicherungen, das dritte an den Ort dieses Projektes oder einen Sammelort für Notizen aller Art.

Es gibt aber auch immer die Sachen, bei denen erst mal keine Antwort kommt. (Hier lohnt sich immer die Frage, ob man es überhaupt aufheben will/soll.) Manches davon ist einfach eine schöne Erinnerung. Dafür gibt es Schatzkisten (mehr dazu finden Sie hier) und den Ordner (oder Hängemappe oder Briefablage oder was auch immer) „Sonstiges“.

Wiederfinden?

Kann man denn „Sonstiges“ wiederfinden? Woher weiß man später, was sich alles bei Sonstiges tummelt? Das weiß man in der Regel nicht, aber das ist auch kein Problem. Wenn Sie etwas suchen, was nicht in die üblichen Kategorien passt, werden Sie einmal Ihren Ort für Sonstiges durchgehen und schwupps, haben Sie es gefunden. Das funktioniert natürlich nur, solange dieser Ort (Ordner, Hängemappe, Briefablage oder was auch immer) nicht gigantische Dimensionen annimmt. Deshalb ist es wichtig regelmäßig diesen Ort durchzusehen. Zum einen, um nichts darin zu vergessen und um zu sehen, dass irgendetwas nun doch zusammen einen neuen Ort bildet.

Ein Beispiel dazu: Als ich mit Facebook anfing, schob ich alles dazu in „Sonstiges“. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das je mehr als 3 Blätter und 5 E-Mails werden. Inzwischen habe ich einen Ordner „Social-Media“ und darin einen eigenen Bereich für Facebook.

Also, frisch ans Werk und keine Angst mehr vor Sonstigem, was in Ablagen lauert.

 

PS: Danke an wojciechowskaek5 für das schöne Foto.

Priorität ist keine Liste

Priorität ist keine Liste

Hier haben Autos Vorfahrt. Was hat bei Ihnen heute Priorität?Es gibt Zeiten, da bleibt vieles liegen und dann kommt der Moment, in dem alles gleichzeitig wichtig ist. Es ist, als schaue man um die Ecke und wo eben noch ein Weg war, ist jetzt eine Geröll-Lawine. Wie soll man diesen Berg wieder abtragen? Was hat jetzt Priorität?

Eigentlich müsste jetzt alles auf einmal erledigt werden und genau das kann sich sehr lähmend anfühlen.

Prioritäten

Sie können sich jetzt lange Gedanken darüber machen, womit Sie anfangen. Was jetzt am wichtigsten ist, was am zweitwichtigsten. Sie können eine Prioritäten-Liste erstellen …

Oder Sie fangen mit der Sache an, die Ihnen als erstes einfällt/die Sie zuerst anspringt. Sie können einen angehäuften Papierberg von oben oder von unten abtragen. Das ist oft erschreckend egal. Wichtiger ist, das eine, was Sie jetzt erledigen, wirklich zu erledigen.

Priorität heißt einer Sache Vorrang geben und nicht alles ordnen und sich lange Gedanken machen, ob nun dieses auf Platz 7 oder 8 oder vielleicht sogar 12 gehört. Sehen Sie den Berg ruhig weiter als Berg und greifen sich einfach nur einen Stein heraus. Geben Sie dieser Sache Vorrang und konzentrieren Sie sich darauf.

Und wenn doch?

Wenn Ihnen dann etwas einfällt, was vielleicht doch wichtiger wäre, entscheiden Sie sich: weitermachen oder wechseln? Beides kann richtig sein, aber bleiben Sie bei Ihrer Entscheidung.

Wenn Sie weitermachen, schreiben Sie sich die eingefallene Aufgabe auf (lassen Sie den Zettel gleich neben sich liegen, da kommt wahrscheinlich noch einiges dazu). Das können Sie erledigen, wenn Sie damit fertig sind.

Sie können sich das wie die oben angesprochene Geröll-Lawine vorstellen, die Sie jetzt abtragen. Sie fangen einfach irgendwo an. Vielleicht entdecken Sie, dass Sie irgendwann dort, wo Sie sind, abbrechen müssen, weil Sie erst diesen großen Ast daraus ziehen müssen, weil Sie erst etwas stabilisieren müssen etc. Dann tun Sie das und weiter geht es.

Stück für Stück kommen Sie so ans Ziel.

Nur eine Sache hat in dieser Abtragungszeit immer Priorität: was aktuell reinkommt (egal ob eine E-Mail, eine Rechnung oder was auch immer) – damit der Berg nicht weiter wächst. (Mehr dazu finden Sie im letzten Artikel.)

Anfangen

Anfangen
Stürzen Sie sich in die Welle des Tages.

Ist bei Ihnen in der Hitzewelle auch einiges liegen geblieben? Und wo soll man jetzt anfangen?

Es gibt immer mal wieder Zeiten, in denen wir nur noch Zeit für das Wichtigste und Dringendste haben – zum Beispiel weil ein großer Auftrag viel Zeit braucht oder die Familie, Hitze, Krankheit oder eine Baustelle. Manchmal kommt auch eine Stress-Zeit nach der anderen und alles, was man verschieben kann, wird verschoben. Danach kommt der Tag, an dem man feststellt, wie viele E-Mails liegen geblieben sind und seit wann man seine Buchführung schleifen gelassen hat. Was bleibt bei Ihnen in solchen Zeiten liegen?

Alter vor Schönheit?

Vielleicht drückt Sie jetzt auch das schlechte Gewissen und Sie lassen alles Aktuelle liegen, um endlich die am längsten liegengebliebene Aufgabe zu erledigen. Ist das sinnvoll? Nein, denn für das aktuelle brauchen Sie oft weniger Zeit. Bei liegengebliebenen Aufgaben brauchen Sie in der Regel ein wenig Zeit, um sich zu erinnern, worum es dabei ging. Dabei ist es meist unerheblich ob etwas ein 2 oder 6 Wochen liegt. Also lassen Sie eine alte Aufgabe lieber noch ein paar Tage länger liegen, um eine aktuelle gleich zu erledigen, statt diese nun auch wieder erst nächste Woche zu erledigen.

Einfach anfangen

Mein Tipp in solchen Situationen: Springen Sie einfach in den Tag hinein und erledigen Sie das was heute dran ist. Füllen Sie nicht die große Lücke in Ihrer Buchführung, sondern starten Sie heute mit Ihren Aus- oder Eingaben, als wäre sie bis gestern aktuell. Beantworten Sie alle E-Mails von heute (oder von dieser Woche).

So wächst der Berg nicht weiter an und das ist schon ein Erfolg. Im nächsten Schritt können Sie ihn abtragen. Stück für Stück und nicht alles auf einmal.

Wenn Sie ab heute alle aktuellen to-dos erledigen und zwei Mal in der Woche ein altes, erledigen Sie im Jahr über 100 alte Aufgaben (denn einiges hat sich schon selbst erledigt).