Kürzen zum Würzen

Kürzen zum Würzen

Rasenmäher - auch eine Art zu kürzen

Kann man das noch kürzen? Das ist, wenn man einen Text nochmal durchgeht, immer eine wichtige Frage. Vor allem sollten die einzelnen Sätze kurz und knackig nebeneinanderstehen, wie frisch gemähtes Gras.

Ein guter Satz ist ein kurzer Satz

Sätze die, weil sie verschiedene – allesamt wichtige und bedenkswerte – Informationen vereinen und zu einem tiefen und harmonischen Verständnis des Textes führen sollen, sind für viele, wenn nicht gar die meisten Leser, eine reine Strapaze bei dem Versuch, den Inhalt des Textes zu verstehen. (Das ist jetzt ein extremes Beispiel.)

Zu viele Details können dazu führen, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Am Satzende weiß man oft nicht mehr, was am Anfang stand. Deshalb ist es wichtig, unnötige Details oder redundante Beschreibungen auszusortieren.

Auch wenn viele Informationen wichtig sind, die Sätze sollten kurz sein. Die Leitfrage lautet: Kann dieses Komma auch ein Punkt sein? Das kann manchmal ein wenig abgehackt wirken. Es zwingt einen aber zu Einfachheit und Klarheit.

Man kann einen Text wie einen Garten pflegen: die Einschübe jäten und die Nebensätze nicht mehr ineinander wuchern lassen. So kann sich die gepflegte klare Botschaft unseres Textes entfaltet. Und wir erkennen, welchen Einschub wir dann doch stehen lassen wollen, welcher Schachtelsatz unseren Text trotzdem bereichert.

Ein guter Absatz ist kurz

Nicht nur die einzelnen Sätze, auch die Absätze sollten nicht zu lang sein. Das heißt aber nicht, dass jeder Absatz nur aus einem Satz bestehen sollte. Vielmehr geht es darum, die einzelnen Textteile in überschaubare Absätze mit knackigen Sätzen zu unterteilen. Das hilft den Text schnell zu erfassen.

Ein guter Absatz ist überschaubar und das ist hier wörtlich gemeint: Man sollte beim Lesen das Ende des Absatzes sehen.

Und ein guter Text?

Und der Text selbst? Die Frage ist, wie viel Text brauchen Sie, um das zu sagen, was Sie zu sagen haben. Und wenn das noch kürzer geht – kürzen Sie.

Ein zweites Kriterium ist das Medium. Wenn Sie einen Brief schreiben (keine E-Mail, sondern einen auf Papier gedruckten Brief) und sie haben noch einen Satz auf der zweiten Seite, dann schauen Sie noch einmal ganz genau auf Ihren Text, ob sich das nicht vermeiden lässt. Es wirkt eleganter und liest sich angenehmer.

Bei Online-Texten ist das schwieriger, denn hier gibt es überall unendlich viel Platz. Da hilft wieder das Bild vom Garten. Gärten werden in Beete unterteilt, in denen ein oder zwei verschiedene Sorten nebeneinander gepflanzt werden. Trennen Sie so auch Ihre Texte nach Themen auf und pflanzen auf jede Seite, in jede E-Mail nur ein Thema. Wählen Sie dieses Thema so eng, dass es dort hineinpasst. Dann können viele Texte mit vielen Themen schön sortiert den ganzen bunten Kosmos Ihres großen Themas darstellen.